Ernstfall beim RC Heli – Autorotation fliegen

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Ihr habt es hoffentlich noch nicht erlebt, aber es kann auch beim besten RC Helikopter mal passieren, dass der Motor ausfällt. Doch was ist dann zu tun? Diejenigen von euch, die mehr als nur Heli-Anfänger sind, sollten schon einmal etwas von “Autorotation”  gehört haben. Wohlmöglich beherrschen manche von euch das Fliegen bei Autorotation. Für alle anderen erkläre ich diese spezielle Technik.

Was bedeutet Autorotation?

Jeder Heli braucht eine bestimmte Rotor-Drehzahl, damit er starten und sich in der Luft halten kann. Diese Drehzahl hängt von Gewicht und Rotorlänge ab. Wenn nun aber der Motor ausfällt, bedeutet das nicht gleich null Drehzahl und ein sofortiges Abstürzen. Selbst bei inaktivem Motor ist es möglich einen Helikopter, egal ob RC oder nicht, sicher zu landen.

Und zwar über die Autorotation. Dabei nutzt der Pilot das schnelle Sinken des Helikopters aus und wandelt den daraus resultierenden Luftwiderstand in Rotordrehzahl um, die wiederum für Auftrieb, bzw. ein langsameres Absinken, sorgt. So können Piloten auch ohne funktionierenden Motor landen. Bei RC-Heli-Wettbewerben gehört es zum guten Ton, diese Technik zu beherrschen. Soldaten müssen das Autorotations-Landen lernen, damit sie so leise wie möglich landen können. Soweit die Theorie. Doch wie funktioniert das Ganze genau und was gibt es zu beachten?

Wie funktioniert es?

Je höher der Helikopter in der Luft ist, desto höher ist seine Lageenergie, beim Ausfall des Motors wird diese Energie freigesetzt und trägt zum Absinken bei. Ziel des Piloten ist es dann, diese Energie möglichst effizient in Rotordrehzahl umzuwandeln. Dazu wird der Blattanstellwinkel auf das Kleinste reduziert. RC Flieger gehen sogar in den negativen Bereich. Dann sinkt der Helikopter sehr schnell nach unten, mit entsprechender Vorwärtsbewegung versteht sich. Die Fallgeschwindigkeit muss dann beim ersten Versuch so in Drehzahl umgewandelt werden, dass eine sichere Landung garantiert wird. D.h die Nase muss kurz von dem Boden noch einmal stark nach oben gezogen werden. Dabei wird noch einmal die Rotordrehzahl erhöht und der Helikopter kann langsam zu Boden sinken. Wichtig ist es den negativen “Pitch” (Blattanstellwinkel), zum richtigen Zeitpunkt, wieder in den positiven Bereich zu bringen.

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Dieser Vorgang nennt sich “Flaren“. Der einzige Haken dabei ist, dass der Pilot nur einen Versuch hat – nochmal Durchstarten ist nicht. Zieht er die Nase also zu früh (der Heli würde zwar kurze Zeit in der Luft stehen, danach aber zu schnell Richtung Boden fliegen) bzw. zu spät (der Heli knallt ungebremst auf den Boden) hoch, kann das Modell beschädigt werden.

Wie erlernt man das Fliegen mit Autorotation?

Das Landen eines Helikopter mit ausgefallenem Motor ist nicht einfach – keine Frage. Egal ob der Regler, ein Akku oder das Ritzel abschmiert. Wie also lernen, ohne ein Risiko einzugehen? Für jedes Flugmanöver sollte man zunächst einmal am Simulator trainieren. Es gibt eine Menge guter Heli-Simulatoren, die auch die meisten Funkfernsteuerungen unterstützen. Zu erwähnen wäre beispielsweise HeliX 3.0. Dort könnt ihr die Autorotations-Landung viele Male trainieren, bevor ihr euch in der Realität heranwagt. Am besten versucht ihr auch die ersten Praxis-Übungen mit einem anderen, erfahrenen Flieger, der euch die Landung einmal vorführen kann. Ihr solltet auch nicht auf Schönheit, sondern vielmehr auf eine nicht beschädigende Landung fliegen. Nach ein paar Versuchen sollte es immer besser klappen.

  1. Antriebsausfall
  2. negativer Pitch
  3. Helikopter “fallen lassen” (Drehzahl aufbauen)
  4. Kurz vorher wieder positiver Pitch (noch mehr Drehzahl) -> Flaren
  5. Sicher landen

Soviel zum Landen mit Autorotation. Ich hoffe der Artikel hat euch weitergeholfen. Ich wünsche niemanden einen Antriebsausfall, aber es ist immer wichtig, zu wissen, was im Ernstfall  zu tun ist.

Fragen, Anregungen oder Wünsche? Meldet euch unter thilo[at]world-modellbau.de, oder besucht unser Kontaktformular.

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